Die Geschichte der Adler-Brauerei AG (1866 – 1918)
(Texte und Bilder mit freundlicher Genehmigung des „Heimatverein Greven e.V.“ und des „Stadtarchivs Greven“)
Die Brauerei „Hanhoff & Co.“, Vorgängerin der späteren „Adler Brauerei AG“, wurde im Februar 1866 gegründet. Initiatoren waren der bekannte Grevener Kaufmann Eduard Schründer (1826 – 1888), der Sanitätsrat Dr. Johann Pröbsting (1807 – 1890) und der Schulze Julius Hanhoff, gen. Temming-Hanhoff aus der Bauerschaft Westerode.
Die Handelskammer in Münster schrieb zur Brauereigründung in ihrem Jahresbericht 1866: „… diese auf Bairische
Art eingerichtete große Brauerei scheint ein Etablissement von Bedeutung zu werden.“
Die Gebäude der Brauerei wurden auf dem Gelände zwischen dem jetzigen Grevener Bahnhof und der Ems errichtet. Als Kraftquelle diente ein 1869 bei der Firma Berninghaus & Sohn hergestellter Dampfkessel von „vier
Atm. Druck“. Frühestens in diesem Jahr konnte die Brauerei mit der Produktion beginnen.

Umwandlung in „Adlerbrauerei Aktiengesellschaft“
Im Jahr 1893 erfolgte nach 27 Geschäftsjahren die Umwandlung der Brauerei „Hanhoff & Comp.“ in eine Aktiengesellschaft.
Der Name wurde in „Adler Brauerei Aktiengesellschaft“ geändert. Damit bekam das Dorf Greven die erste große Aktiengesellschaft.
Nachweislich bis zum Mai 1914 unterhielt die Brauerei eine  Zweigniederlassung in Münster. Diese Niederlassung
hatte sich trotz der starken Konkurrenz vor Ort einen erheblichen Lieferumfang erkämpft. Im Mai 1914 wurde in der Zweigniederlassung in Münster etwa ein Viertel der Biermenge der Grevener Hauptniederlassung
verkauft.

Der Niedergang
Im Verlauf des Ersten Weltkrieges traten immer mehr störende Faktoren auf, die einen geregelten Ablauf der Getränkeproduktion nahezu unmöglich machten. Das Geschäftsjahr 1914 / 1915 stand ganz im Zeichen des Krieges. Der Brauereibetrieb war den kriegswirtschaftlichen Maßnahmen unterworfen, denn die Beschlagnahme von Gerste, Malz und Hafer, das Mälzungsverbot und die Kontingentierung auf 60% der Produktion im Durchschnitt der beiden Jahre 1912 und 1913 hatte eine ganz wesentliche Einschränkung des Betriebes zur Folge.
Auf Grund der sehr düsteren Geschäftsaussichten für das Jahr 1918 entschloss sich Hugo Schründer (Vorstand) im September 1917 aktiv zu werden. Noch im September schrieb er an den Amtmann Hueske, dass die „Adler Brauerei AG“ aus Mangel an Kohlen und Malz und wegen der Einberufung fast sämtlicher Arbeiter geschlossen bzw. verkauft werden müsse. Die „Adler Brauerei AG“ bestand bis zu diesem Zeitpunkt für die Dauer von 24 bzw. 25 (1917 / 1918) Geschäftsjahren.

Der Abbruch
Trotz der Verkaufs- bzw. Stillegungspläne war die „Adler Brauerei AG“ Anfang des Jahres 1918 bei der Amtsverwaltung Greven noch als Brauerei gemeldet. Etwa zu dieser Zeit erfolgte dann der Verkauf an einen Herrn Schreiber aus Münster, der in den Gebäuden für einige Jahre eine Lumpenreißerei einrichtete.
Nach der endgültigen Räumung der alten Gebäude der „Ramie-Lumpenreißerei“ wurde mit dem Abbruch begonnen. Dieser erfolgte spätestens ab Ende der 1920er Jahre, nachdem die Gebäude im Jahre 1929 von der Gemeinde Greven „auf Abbruch“ erworben wurden.

Die Produkte der Adlerbrauerei
Die Produktpalette der „Adler Brauerei AG“ war für die damaligen Verhältnisse schon recht breit gefächert. Man braute dunkles Lagerbier auf „bayrische Art“, helles Lagerbier, Frischbier, Altbier und Süß-(Malz)bier. Weiterhin wurde ein süßes, alkoholfreies Getränk mit Namen „Weltkrone“ hergestellt, welches besonders bei der örtlichen Jugend großen Anklang gefunden haben soll. Für ihre Produkte bekam die Brauerei auf Messen und Ausstellungen zahlreiche Auszeichnungen.
Das damals weithin bekannte Bier der Grevener Brauerei wurde in den drei brauereieigenen Eisenbahnwagen bis nach Münster, Ibbenbüren und sogar bis auf die Nordseeinsel Norderney geliefert.
Für ihre Produkte hatte die „Adler Brauerei AG“ eine eigene Schutzmarke (Logo), die auf allen Gebinden, Kisten und Flaschen sowie Eisenbahn- und Pferdewagen angebracht war. Die Schutzmarke zeigte eine in wallende Gewänder gehüllte weibliche Gestalt mit Trompete rittlings auf einem Bierfaß sitzend. Das Faß trägt die Initialen „AB“, es wird von drei Adlern gezogen.

Im Jahre 2008 konnte Ludger Schürhoff seine Idee, der Neuauflage des Adler Bieres, mit Hilfe einer erstklassigen Brauerei verwirklichen. …..

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